Hund im Sommer abkühlen: sicher durch die heißen Tage

Mit welchen Methoden du deinen Hund an heißen Tagen wirklich abkühlst, was dabei oft falsch gemacht wird und woran du merkst, wann es kritisch wird.

Nasser Hund sitzt zufrieden in einem kleinen Planschbecken im Garten und kühlt sich an einem heißen Sommertag ab
Foto von Rob Waller auf Pexels
HUNDEGESUNDHEIT

Warum legt sich dein Hund bei 30 Grad am liebsten auf die kühlen Fliesen, statt wie sonst zur Runde aufzuspringen? Weil Hitze ihm stärker zusetzt als dir, und das wird oft unterschätzt.

unde schwitzen kaum und können sich nur begrenzt selbst herunterkühlen, also sind sie auf deine Hilfe angewiesen. Wie du deinen Hund im Sommer abkühlst, ist dabei kein Hexenwerk, ein paar einfache Methoden und etwas Timing reichen meistens schon. Hitze ist nur eine von vielen Sommerbaustellen; einen Überblick über alle gibt unser großer Ratgeber zum Hund im Sommer. Hier geht es um das eine Thema im Detail: runterkühlen, bevor es kritisch wird.

Wie kühlt sich ein Hund eigentlich ab?

Hunde schwitzen fast nicht. Sie regeln ihre Temperatur vor allem über das Hecheln: Beim schnellen Atmen verdunstet Feuchtigkeit von Zunge, Nasenschleimhaut und Lunge, und das kühlt von innen. Dazu weiten sich die Blutgefäße in Ohren und Gesicht, um Wärme nach außen abzugeben. Echte Kühlschweißdrüsen sitzen nur in den Pfotenballen und bringen kaum etwas.

Das erklärt, warum dein eigenes Gefühl ein schlechter Ratgeber ist. Dir ist warm, du schwitzt, dir geht es gut, also nimmst du an, deinem Hund auch. Sein einziges großes Kühlsystem ist aber die Atmung, und genau die wird bei Schwüle ausgebremst. Ist die Luft feucht, verdunstet weniger, und das Hecheln verliert an Wirkung. Deshalb kann es selbst bei harmlos wirkenden 23, 24 Grad eng werden, wenn die Luft steht und dein Hund sich bewegt. Abkühlen heißt also vor allem: ihm bei dem helfen, was er allein nicht gut schafft, nämlich überschüssige Wärme loszuwerden.

Mit Wasser abkühlen: Planschbecken, Schlauch und Schwimmen

Wasser ist das wirksamste Mittel zur Abkühlung, und es muss nicht kalt sein. Für die alltägliche Abkühlung eines gesunden Hundes reicht kühles Leitungswasser, Eiswasser brauchst du dafür nicht. Benetze die Stellen mit dünnem Fell und wenig Abstand zur Haut: Bauch, Innenschenkel, Pfoten und Nacken. Von dort gibt der Körper die Wärme am besten ab.

Ein flaches Planschbecken im Schatten ist dafür ideal, gerade wenn dein Hund Wasser mag. Führ ihn in Ruhe heran und schubs ihn nicht hinein, denn nicht jeder Hund findet Planschen automatisch großartig. Ein Gartenschlauch auf sanftem Strahl an Beinen und Pfoten wirkt ähnlich gut, am Kopf eher zurückhaltend, das schätzen die wenigsten.

Labrador schwimmt zur Abkühlung im klaren Wasser des Ammersees in Bayern

Schwimmen kühlt gleich doppelt, weil es die Gelenke schont und obendrein Spaß macht. Ein paar Punkte bleiben dabei wichtig, und die sind nicht verhandelbar. Behalte deinen Hund immer im Blick, auch geübte Schwimmer ermüden. Meide Gewässer mit trübem, grünlich schimmerndem Wasser oder Schaum am Ufer, denn Blaualgen können innerhalb von Minuten bis Stunden tödlich sein. Lass deinen Hund kein Salz-, Pool- oder stehendes Tümpelwasser schlucken, und spül ihn nach dem Baden mit klarem Wasser ab.

Kühlmatte, Kühlweste und kühler Boden

Beim Equipment lohnt ein nüchterner Blick, denn nicht alles hält, was die Verpackung verspricht.

Kühlmatten arbeiten mit einem Gel oder einer Wasserfüllung und nehmen die Körperwärme deines Hundes auf. Das wirkt, aber nur eine Weile, danach ist die Matte warm und muss sich erholen. Als alleinige Lösung taugt sie nicht, als kühler Rückzugsort neben Schatten und Wasser dagegen schon. Ein Hinweis für Nager: Gel-Matten gehören nicht in Reichweite von Hunden, die gern alles zerkauen, denn der Inhalt kann den Magen reizen. Für solche Kandidaten ist eine wassergefüllte Matte die sicherere Wahl.

Kühlwesten und feuchte Tücher kühlen über Verdunstung. Sie wirken nur, solange sie feucht sind und Luft daran vorbeizieht; trocknen sie, isolieren sie sogar und halten die Wärme fest. Feucht halten oder abnehmen, das ist die Regel. Und einen Satz solltest du dir besonders merken: Leg deinem Hund niemals ein nasses Tuch über den Körper. Das schließt die Wärme ein und verschlimmert die Überhitzung. Wenn ein Tuch, dann zum Draufliegen unter den Hund, und regelmäßig neu anfeuchten.

Ein Ventilator hilft weniger als beim Menschen, weil dein Hund über die Haut kaum schwitzt. Spürbar wird er erst, wenn das Fell nass ist oder die Kühlweste feucht, dann beschleunigt der Luftzug die Verdunstung. Und der kühle Steinboden, den sich dein Hund von ganz allein aussucht, ist oft die beste Kühlmatte überhaupt.

Schatten, Timing und drinnen kühl halten

Die unspektakulären Maßnahmen sind die, die am meisten bringen.

Verleg die Spaziergänge in die kühlen Randzeiten, früh am Morgen und spät am Abend. Die größte Hitze liegt übrigens nicht am Mittag, sondern am späten Nachmittag zwischen etwa 15 und 17 Uhr; die Stunden dazwischen lässt du an heißen Tagen besser aus. Schatten sollte überall verfügbar sein, drinnen wie draußen, und zwar Schatten, der mitwandert, nicht der eine Fleck, der um zwei Uhr schon wieder weg ist.

Hund trinkt an einem sonnigen Tag aus einem Wassernapf auf einer Wiese

Drinnen gilt das Gleiche wie für deine eigene Wohnung: nachts und früh morgens querlüften, tagsüber Rollläden und Vorhänge zu, damit die Hitze draußen bleibt. Sorg dafür, dass dein Hund jederzeit an einen kühlen Boden und an frisches Wasser kommt.

Eine Regel steht über allem und kennt keine Ausnahme: Lass deinen Hund niemals im geparkten Auto zurück, auch nicht kurz, auch nicht im Schatten, auch nicht mit gekipptem Fenster. Schon bei 21 Grad Außentemperatur klettert die Temperatur im Wagen binnen 20 Minuten auf über 38 Grad und innerhalb einer Stunde auf über 43 Grad. Gekippte Fenster ändern daran so gut wie nichts. Das gehört zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen für einen Hitzschlag.

Kühle Snacks: gefrorene Leckereien richtig anbieten

Gefrorene Leckereien sind ein einfacher Weg, deinem Hund eine kühle Pause zu verschaffen und ihn nebenbei zu beschäftigen. Ein mit Nassfutter oder natriumarmer Brühe gefüllter und eingefrorener Kong hält erstaunlich lange, dazu eignen sich hundesichere Obst- und Gemüsestücke aus dem Eisfach. Und nein, Eiswürfel im Napf lösen keine Magendrehung aus; dieser hartnäckige Internet-Mythos ist von Tiermedizinern längst widerlegt.

Sicher und beliebt sind zum Beispiel Wassermelone (nur das Fruchtfleisch, Kerne und Schale entfernen), Blaubeeren, Apfel (ohne Kerne und Kerngehäuse), Gurke, Banane in kleinen Mengen und Karotte. Ein Klecks ungesüßter Naturjoghurt geht auch, am besten griechischer, der enthält weniger Laktose; bei empfindlichem Magen lässt du ihn lieber weg. Welches Obst und Gemüse sonst noch in den Napf darf, steht in unserem Überblick, was Hunde essen dürfen.

Beim Einfrieren entscheidet die Zutatenliste über Genuss oder Notfall, deshalb hier ganz ohne Augenzwinkern, was niemals hineingehört:

  • Trauben und Rosinen: können schon in kleinen Mengen tödliches Nierenversagen auslösen. Es gibt keine sichere Menge.
  • Xylit, auch Birkenzucker oder E967 genannt: löst gefährlichen Blutzuckerabfall und in höherer Dosis Leberversagen aus. Steckt oft in zuckerfreier Erdnussbutter, Joghurt und Kaugummi, also lies das Etikett.
  • Schokolade, Zwiebeln und Knoblauch sowie Macadamia-Nüsse.

Zwei praktische Hinweise noch: Sehr große Eisstücke sind nichts für ungeduldige Schlinger, und auf harten Würfeln sollten vor allem ältere Hunde nicht herumkauen, das kann die Zähne beschädigen. Zerstoßenes Eis ist dann die freundlichere Variante.

Welche Hunde besonders schnell überhitzen

Manche Hunde brauchen all das dringender als andere, weil ihr Körper mit Hitze schlechter zurechtkommt. Besonders gefährdet sind:

  • Kurzköpfige Rassen wie Bulldogge, Mops und Französische Bulldogge. Ihre Atemwege sind verengt, das Hecheln kühlt schlechter; ihr Risiko liegt um ein Vielfaches höher als bei einem Labrador.
  • Hunde mit sehr dichtem Fell wie Chow-Chow oder Husky, übergewichtige Hunde und große, schwere Rassen.
  • Sehr alte Hunde sowie Hunde mit Herz- oder Atemwegserkrankungen.
  • Welpen, deren Temperaturregelung noch nicht ausgereift ist.

Ob dunkles Fell wirklich schneller aufheizt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt; etwas mehr Aufmerksamkeit bei dunklen Hunden schadet trotzdem nicht. Gehörst du mit deinem Hund in eine dieser Gruppen, plan Abkühlung und Pausen von vornherein großzügiger ein.

Abkühlen auf einen Blick

Abkühlen auf einen Blick6 Einträge
Methode Worauf es ankommt
Kühles Wasser auf Bauch, Pfoten, Nacken Kühl genügt, kein Eiswasser nötig
Planschbecken oder Schwimmen Im Schatten, beaufsichtigt, Blaualgen meiden
Kühlmatte oder kühler Boden Wirkt zeitlich begrenzt, kein Ersatz für Schatten und Wasser
Kühlweste oder feuchtes Tuch Wirkt nur feucht, niemals über den Hund legen
Gefrorene Snacks Hundesichere Zutaten, keine Trauben, kein Xylit
Spaziergang früh oder spät Mittag und späten Nachmittag meiden

Wenn Abkühlen nicht mehr reicht: Anzeichen für Hitzschlag

Abkühlen ist Vorbeugung. Wenn dein Hund trotzdem überhitzt, wird aus dem Sommerthema ein Notfall, und den musst du erkennen.

Alarmzeichen sind starkes, anhaltendes Hecheln auch in Ruhe, leuchtend rotes Zahnfleisch, dicker, zäher Speichel, Unruhe oder Schwäche. Kommen Taumeln, Erbrechen, blasses oder bläuliches Zahnfleisch, Kollaps oder Krämpfe dazu, ist höchste Eile geboten. Die normale Körpertemperatur eines Hundes liegt zwischen 37,8 und 39,2 Grad; alles über 40 Grad ist gefährlich.

Bei Verdacht gilt: zuerst kühlen, dann fahren. Bring deinen Hund aus der Hitze, übergieße ihn großzügig mit kühlem Wasser und sorge für Luftzug, am besten schon auf dem Weg in die Tierarztpraxis. Kühles bis kaltes Wasser ist dabei richtig; die früher verbreitete Warnung, bloß kein kaltes Wasser zu verwenden, gilt heute als überholt. Die ausführliche Notfall-Anleitung Schritt für Schritt findest du in unserem Ratgeber zu Hitze und Hitzschlag beim Hund.

Häufige Fragen

Wie kühle ich meinen Hund im Sommer am besten ab?
Am wirksamsten ist Wasser auf den wenig behaarten Stellen: Bauch, Innenschenkel, Pfoten und Nacken mit kühlem Wasser benetzen. Dazu kommen Schatten, frisches Trinkwasser, ein Planschbecken oder Schwimmen und kühle Böden zum Liegen. Eiswasser brauchst du für die alltägliche Abkühlung nicht, kühles Leitungswasser reicht völlig.
Ist kaltes Wasser für Hunde gefährlich?
Für die normale Abkühlung eines gesunden Hundes genügt kühles Wasser, eiskalt muss es nicht sein. Im Hitzschlag-Notfall ist kühles bis kaltes Wasser dagegen ausdrücklich richtig und wichtig; die früher verbreitete Sorge vor einem Kälteschock gilt als überholt. Zuerst kühlen, dann in die Praxis fahren.
Sind Eiswürfel schlecht für Hunde?
Nein, Eiswürfel verursachen keine Magendrehung, das ist ein Mythos. In Maßen sind sie unbedenklich und verlangsamen sogar das hastige Trinken. Aufpassen solltest du nur bei sehr großen Stücken, die verschluckt werden können, und bei hartem Kauen, das vor allem ältere Zähne beschädigt. Zerstoßenes Eis ist die schonendere Variante.
Ab welcher Temperatur wird es für Hunde gefährlich?
Eine feste Gradzahl gibt es nicht, weil Rasse, Alter, Gewicht und Luftfeuchtigkeit mitspielen. Bei Schwüle und Bewegung kann es schon ab etwa 23 Grad kritisch werden, kurzköpfige oder kranke Hunde sind noch früher gefährdet. Wichtiger als das Thermometer ist, deinen Hund zu beobachten und ihm rechtzeitig Pausen und Abkühlung anzubieten.
Helfen Kühlmatten und Ventilatoren wirklich?
Beide helfen, aber begrenzt. Eine Kühlmatte nimmt eine Weile Wärme auf und ist dann erschöpft; ein Ventilator wirkt vor allem, wenn das Fell deines Hundes nass ist. Beide ersetzen weder Schatten noch frisches Wasser, sondern ergänzen sie sinnvoll.
Welche gefrorenen Snacks sind für Hunde geeignet?
Gut geeignet sind ein gefüllter, eingefrorener Kong, Wassermelone ohne Kerne und Schale, Blaubeeren, Gurke, Apfel ohne Kerngehäuse und Karotte. Niemals hineingehören Trauben, Rosinen und Xylit (Birkenzucker), ebenso wenig Schokolade, Zwiebel, Knoblauch und Macadamia.
Darf mein Hund bei Hitze schwimmen gehen?
Ja, Schwimmen ist eine der besten Abkühlungen, solange du ein paar Regeln beachtest. Behalte ihn im Blick, meide Gewässer mit grünlichem Wasser oder Schaum wegen Blaualgen, lass ihn kein Salz- oder Tümpelwasser schlucken und spül ihn danach mit klarem Wasser ab.

Entspannt durch den Hochsommer

Abkühlung ist am Ende keine große Sache, sondern eine Handvoll Gewohnheiten: Wasser bereitstellen, Schatten anbieten, die Runde verschieben und an heißen Nachmittagen einen Gang zurückschalten. Wenn dein Hund dann entspannt auf dem kühlen Boden liegt statt zu hecheln, machst du schon das meiste richtig.

Wenn du dir unterwegs unsicher bist, wie es deinem Hund geht, hat Souldog einen Erste-Hilfe-Bereich und einen Tierarzt-Finder direkt in der App, damit du im Ernstfall schnell siehst, wie dringend es ist und wo die nächste Praxis liegt. Hitze schlägt manchen Hunden übrigens auch auf den Magen, gerade an den ersten warmen Tagen.

Du findest Souldog im App Store und im Play Store.