Nicht jeder Hund springt von allein ins Wasser, und längst nicht jeder kann gut schwimmen. So führst du deinen Hund ruhig und sicher ans Schwimmen heran, vom ersten nassen Pfötchen bis zur ersten Runde im tiefen Wasser.

Der erste warme Tag am See, du gehst voller Vorfreude Richtung Wasser, und dein Hund bremst zwei Meter vor dem Ufer ab. Die Pfoten in den nassen Sand, der Blick skeptisch: Das soll jetzt schön sein? Schwimmen ist für viele Hunde ein riesiger Spaß, aber eben nicht für alle und nicht von der ersten Sekunde an. Die gute Nachricht: Mit Geduld und der richtigen Reihenfolge lernen es die meisten Hunde gern. Und bei denen, die es bleiben lassen, ist auch das in Ordnung.
iesen Ratgeber kannst du als Fahrplan lesen, wenn du deinem Hund das Schwimmen beibringen willst: erst die Frage, ob dein Hund überhaupt zum Schwimmen gebaut ist, dann der Schritt-für-Schritt-Weg, wie er das Schwimmen lernt, und am Ende die Sicherheitsregeln, die unterwegs wirklich zählen.
Kurz gesagt: nein. Die meisten Hunde zeigen im Wasser zwar reflexartig die typische Paddelbewegung, den Doggy Paddle. Dieser Reflex allein macht aber noch keinen sicheren Schwimmer. Ob ein Hund mühelos oder mit Mühe und Not über Wasser bleibt, hängt stark von seinem Körperbau ab: von Proportionen, Gewichtsverteilung und Atemwegen.
Spannend ist dabei, wie ein Hund schwimmt. Die Vorderbeine leisten den Großteil der Arbeit und paddeln nach vorn, während die Hinterbeine bei vielen Hunden eher mitschwimmen als kräftig zu treten. Das heißt: Rücken und Nacken halten ordentlich Spannung, um den Kopf oben zu halten. Schwimmen ist deshalb anstrengender, als es aussieht, und ermüdet schneller als eine Runde an Land.
Manche Hunde sind echte Wasserratten, andere können kaum oder gar nicht schwimmen, weil ihr Körperbau ihnen einen Strich durch die Rechnung macht. Wenn dein Hund zu einer der folgenden Gruppen gehört, heißt das nicht, dass Wasser tabu ist. Es heißt: mit Schwimmweste, in flachem Wasser und immer mit dir an der Seite.
Auf der anderen Seite stehen die geborenen Schwimmer: Labrador und Golden Retriever, Pudel, Neufundländer, Portugiesischer Wasserhund, Chesapeake Bay Retriever und Irish Water Spaniel. Sie bringen Schwimmhäute, wasserabweisendes Fell und jede Menge Wasser-Arbeitsgeschichte mit. Bei ihnen ist das Beibringen meist eher ein Begleiten.
Eine feste Altersgrenze gibt es nicht, aber eine sinnvolle Reihenfolge. Unter etwa acht bis zehn Wochen ist Schwimmen kein Thema, der Welpe ist dafür körperlich noch nicht bereit. Ab rund zehn bis zwölf Wochen kannst du ihn spielerisch ans Wasser gewöhnen, mit nassen Pfoten und einem flachen Kinderpool. Richtig schwimmen sollte er erst, wenn Koordination und Kraft reichen, meist ab drei bis vier Monaten.
Zwei Sicherheitspunkte bleiben dabei wichtig. In offene Gewässer wie Seen oder Flüsse gehört dein Welpe erst nach vollständiger Grundimmunisierung, sonst droht unter anderem eine Ansteckung mit Leptospiren. Und nach einer Kastration wartest du, bis die Wunde vollständig verheilt ist.
Der wichtigste Satz vorweg: Wirf deinen Hund niemals ins Wasser und zwing ihn nicht hinein. Das verschreckt ihn nachhaltig und kann die Angst vor Wasser für lange Zeit festsetzen. Schwimmen lernt sich nur freiwillig, in seinem Tempo, mit viel Lob.

So baust du es auf:
Manche Hunde brauchen länger, und Druck ist hier genau das Falsche. Was hilft, ist die kleine Schritt-für-Schritt-Methode, mit der man jede Angst abbaut: Annäherung in Mini-Etappen, jede mit etwas Schönem verknüpft.
Fang weit weg vom tiefen Wasser an, zum Beispiel mit einem flachen Planschbecken im Garten. Belohne jeden mutigen Schritt mit hochwertigen Leckerli oder einem kurzen Spiel, sodass Wasser für ihn zur guten Erfahrung wird. Ein souveräner Artgenosse, der entspannt ins Wasser geht, ist oft die beste Motivation. Bleib dabei selbst ruhig und gelassen, denn deine Anspannung überträgt sich. Wenn die Angst tief sitzt und nichts vorangeht, hol dir eine zertifizierte Hundetrainerin oder einen Verhaltensspezialisten dazu, statt es zu erzwingen.
Für viele Hunde ist eine Schwimmweste der Unterschied zwischen Stress und Sicherheit. Klar zu empfehlen ist sie für Anfänger, für unsichere Hunde, für kurznasige und körperlich benachteiligte Rassen, für Senioren und für alles auf dem Wasser wie Kanu oder Stand-up-Paddle.

Beim Kauf achtest du auf einen stabilen Griff am Rücken, mit dem du den Hund notfalls schnell aus dem Wasser ziehen kannst, auf eine eng verstellbare Passform, ausreichend Auftrieb, eine Kinnstütze, die den Kopf oben hält, und auf leuchtende Farben mit Reflektoren. So bleibt dein Hund auch dann sichtbar und stabil im Wasser, wenn er müde wird.
Schwimmen ist toll, solange ein paar klare Regeln sitzen. Diese Sätze bleiben schnörkellos, weil hier nichts misszuverstehen sein darf.
Wo ihr überhaupt ins Wasser dürft, ist in Deutschland je nach Ort verschieden. An vielen offiziellen Badestellen sind Hunde in der Saison nicht erlaubt, dafür gibt es ausgewiesene Hundestrände und Hundebadeseen. Welche in deiner Nähe liegen, findest du in der Souldog-App auf der Entdecken-Karte, sortiert nach Orten rund um dich. So sparst du dir die Sucherei und landest nicht vor einem Verbotsschild.
Zwei Minuten nach dem Baden ersparen später Ärger. Trockne die Ohren gründlich ab, besonders bei Schlappohren, denn feuchte Gehörgänge sind ein Einfallstor für Ohrentzündungen. Wattestäbchen haben darin nichts verloren. Spül das Fell mit klarem Wasser ab, um Salz, Chlor und mögliche Algenreste loszuwerden, und trockne ihn danach gut, damit er nicht auskühlt. Ein kurzer Blick auf die Pfoten zeigt, ob er sich an Muscheln oder Steinen geschnitten hat.
Hängt der Schwanz nach einem ausgiebigen Schwimmtag plötzlich schlaff herunter, steckt oft die sogenannte Wasserrute dahinter, eine schmerzhafte Überlastung der Schwanzmuskulatur. Sie klingt mit Ruhe meist innerhalb weniger Tage ab, gehört bei Unsicherheit aber in tierärztliche Hände. Und wenn dein Hund nach dem Schwimmen hustet, würgt, schwer atmet oder ungewöhnlich schlapp ist, fährst du sofort zum Tierarzt, auch wenn er zunächst normal wirkt.
Ob dein Hund zur begeisterten Wasserratte wird oder lieber am Ufer Stöckchen sammelt, entscheidet am Ende er selbst. Deine Aufgabe ist, ihn ohne Druck heranzuführen, ihn gut abzusichern und im richtigen Moment aufzuhören. Dann verbindet er Wasser mit etwas Schönem, und genau darum geht es.
Schwimmen ist übrigens eine der besten Abkühlungen an heißen Tagen, wenn du ein paar Dinge beachtest, die wir im Ratgeber zum Hund im Sommer abkühlen zusammengetragen haben. Und wenn du nach weiteren Ideen suchst, findest du in unserem großen Überblick zu Unternehmungen mit Hund vom Wandern bis zum Hundesport jede Menge davon. Passende Hundestrände und Badeseen in deiner Nähe zeigt dir Souldog direkt auf der Karte.
Du findest Souldog im App Store und im Play Store.